Nick Hannes

27Jan/150

L’Oeil de la Photographie

L'Oeil de la Photographie published a portfolio + interview with me, about 'Mediterranean. The Continuity of Man'. Click here.
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23Jan/150

GrenzEcho

Patrick Bildstein interviewed me for the Belgian-German newspaper 'GrenzEcho'. Published on January 20, 2015GE_016

Fotografie: Nick Hannes dokumentiert die unterschiedlichsten Facetten des Lebens am Mittelmeer
Krasse Kontraste am Mittelmeer

Belgien ist nicht nur ein Land der originellen Filmemacher. Auch in der Fotografie liefert der kleine Staat immer wieder große Talente, die ähnlich wie die Regisseure des Königreichs einen ausgeprägten Beobachtungssinn haben - sehr dokumentarisch und sehr präzise.
VON PATRICK BILDSTEIN

Der 40-jährige Flame Nick Hannes ist einer der aufgehenden Sterne am belgischen Fotografenhimmel. Noch bis zum 1. Februar läuft im Antwerpener Fotomuseum eine große Ausstellung zu seinem jüngsten Projekt „Mediterranean. The Continuity of Man“. „Die Idee dazu ist durch die Faszination für das Mittelmeer entstanden“, erklärt er uns in einem Gespräch. „Jeder hat schon mal Urlaub am Mittelmeer gemacht. Das Mittelmeer spielt eine große Rolle in der Mythologie und ist die Schnittstelle zwischen drei Kontinenten. Es ist auch eine Kreuzung, wo mehrere Kulturen aufeinanderprallen. Das Mittelmeer stellt gleichzeitig aber auch eine Barriere dar.“ Vier Jahre lang arbeitete Nick Hannes, der an der Genter Kunstakademie studierte, an dem Projekt. Auf einige, längere Reisen nahm er seine Frau und seine beiden Kinder in einem Wohnmobil mit. Die großen Distanzen legte er mit dem Flugzeug zurück. „Insgesamt war ich anderthalb Jahre vor Ort“, berichtet er.
Auf seinen Fotografien beleuchtet der in Ranst (Antwerpen) wohnhafte Fotograf die unterschiedlichsten Facetten des Lebens am Mittelmeer. „Ich wollte die Dinge miteinander konfrontieren“, erklärt er. „Aber nicht auf eine einfache Art und Weise. Ich wollte es intelligenter und subtiler machen.“ Ein gutes Beispiel dafür ist das Foto, das er für die Vermarktung seiner Ausstellung ausgesucht hat: Eine reiche Frau sitzt nackt an der Côte d‘Azur auf ihrem Liegestuhl, vor ihr ein afrikanischer Strandhändler. „Das Bild gefällt mir sehr, weil hier zwei Welten aufeinanderprallen. Es interpelliert einen sofort, man kann nicht daran vorbeischauen.“ Als Beobachter mit einer politischen Botschaft sieht sich Nick Hannes aber nicht. „Es stimmt aber, dass eine Portion Gesellschaftskritik in den Bildern steckt. Es ist beispielsweise zu sehen, wie wir unsere Welt vor den anderen abschirmen wollen. Es befinden sich mehrere Ebenen in den Bildern. Jeder kann darin etwas für sich finden. Die Botschaft ist multiinterpretierbar.“ Bei seiner Arbeit vertraut Nick Hannes dem Zufall. „Ich inszeniere meine Fotos nicht“, unterstreicht er. „Alles, was man auf den Bildern sieht, hat sich im besagten Moment wirklich so abgespielt. Nichts ist gestellt. Absprachen muss man wohl treffen, wenn man mit offiziellen Institutionen zu tun hat. Zum Beispiel, wenn man Blauhelme fotografieren will. Ansonsten bleibt immer sehr viel Zeit zur Improvisation. Ich suche, wenn man so will, den Zufall. Auf die Hochzeitsfeier an der Tankstelle in Griechenland bin ich auch zufällig gestoßen. Mir war das tagsüber aufgefallen und dann habe ich gefragt, ob ich abends bei der Feier Fotos machen darf.“
„Mediterranean. The Continuity of Man“ ist das zweite große internationale Werk von Nick Hannes. Im Jahr 2008 hatte er mit „Red Journey“ zum ersten Mal auf sich aufmerksam gemacht. Für „Red Journey“ besuchte der Flame 15 ehemalige Sowjetstaaten und dokumentierte das Leben in diesen Ländern nach dem Sturz der UdSSR. Für die Arbeit wurde er mit dem Nikon Press Photo Award ausgezeichnet. Es war Hannes‘ erstes Projekt nach zehn Jahren Tätigkeit als Pressefotograf, in der er u. a. für „De Morgen“ und „Knack“ arbeitete. „Ich saß in der Routine fest“, blickt er zurück. „Diese Auftragsarbeit frustrierte mich. Ich wollte tiefer in die Themen eindringen und als Autor arbeiten.“
Das ist Nick Hannes bisher gut gelungen. In diesem Jahr will sich der große Fan von Nadav Kander, Carl de Keyzer und Mitch Epstein mit dem 100. Jahrestag des Genozids in Armenien beschäftigen. Am eigenen Anspruch wird sich nichts ändern: „Bilder müssen zeigen, dass derjenige, der sie gemacht hat, seine Gründe dafür hatte. Es soll eine Meinung erkennbar sein. Subjektive Fotografie halt.“

Das Buch zur Expo: Mediterranean, The Continuity of Man, Verlag Kannibaal, 21,5 x 29 cm, 192 Seiten, Hardcover, Quadrichromie, ISBN 978 94 9208 110 0 / 35 Euro

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